Zwischen Kunst und Vandalismus

geist_vorbei

So freundlich begrüßte uns bis vor ca. einem Monat der entspannt glotzende Geist, den jemand dort angebracht hatte (siehe links). Jetzt – siehe rechts – sieht es nicht mehr so freundlich aus und auch der Geist zog den Kürzeren. Und auch sonst auf dem Hof…

Hier ist, was sich einer unserer Genossenschafter dazu von der Seele schrieb:

graffHier ein kleiner Auszug aus der feinköstlichen Sprayer-Tag-Kultur, die allen Ansässigen und Mietern der Feinkost auf die Nerven gehen. Es ist ja nicht so, dass die Feinkost keinen Raum und Platz bietet für Graffiti-Kunst und Street Art, nein, im Gegenteil. Schöne Graffitis und coole Street Art erfreuen sogar unser Herz. Allerdings ist es lobenswert, Graffitis mit den Besitzern abzusprechen, beziehungsweise Street Art so zu platzieren, dass sie zu dem von uns gestalteten Ambiente passt. Alles kein Problem und geduldet im Rahmen.
Was uns aber richtig anstinkt, sind Tags, die weder einen Sinn ergeben, noch schön aussehen. Klar, sowas hat vielleicht jeder von uns schon mal gemacht, aber inzwischen sind Tags etwas anderes, als nur ein „Ich-war-hier“- Merkmal. Mittlerweile, so zumindest meine Interpretation der ganze Gruppenbildungen von Sprayern etc., sind Tags und Graffitis ein Kriegsspiel zwischen einzelnen Sprayergruppen und vielleicht sogar eine Art Provokation gegen die „Mächte des Kapitalismus“? Wenn letzteres zutreffend ist, dann frage ich mich, warum beschmieren diese Typen ausgerechnet einen alternativen Gewerbehof? Einen Hof, an dem jeder seiner Besitzer Hand anlegt, um diesen zu verschönern. (Heute haben wir eine Fassade gestrichen, von eigenem Geld mit eigener Arbeitskraft. Morgen, meistens Nachts, kommen diese Dullis und taggen die Fassade mit ihren unleserlichen und sinnlosen Namen zu.) Warum? Wir sind doch keine Schildbürger, die immer und immer wieder die selben Wände streichen wollen. Selbst vor anderer Künstler Arbeit wird nicht halt gemacht. Es wird alles überschmiert. Also ist es mit der Achtung vor anderer Menschen Arbeit auch nicht weit her.
Nichts destotrotz sei gesagt, die Feinkost ist immer ein Ort gewesen und nach wie vor ein Ort, an dem Künstler sich selbst verwirklichen können. Wohlgemerkt: Künstler. Schmierfinken sollten doch Orte aufsuchen, an denen ihr Protest erkennbar und sinnvoll ist.
Gesundes neues Jahr!

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Ein Kommentar zu “Zwischen Kunst und Vandalismus

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