Fahrradkino 2.0

Wir haben uns sehr gefreut, als vor ein paar Wochen die Anfrage vom Fahrradkino Leipzig kam, eine Filmvorstellung auf dem Feinkosthof zu machen. Am Samstag war es soweit! Hier ein Bericht von den Veranstaltern, Lars und Sebastian:

Die Feinkost hat eine wunderbar authentische Kulisse für unser Fahrradkino abgegeben. Kino auf der Feinkost ist ja für einige „nix besonderes“ mehr, da ja den halben Sommer lang das Sommerkino bereits dort zu sehen ist. So haben wir uns überlegt, was man machen kann, um das Ganze dennoch ein wenig vom Feeling des Sommerkinos abzugrenzen. Alex von der Feinkost gab uns den heißen Tipp, die Leinwand doch einfach an den blauen Wagen, der da im Hof steht, zu hängen. Es kam bei uns schnell der „Sommerkino-reverse“-Gedanke auf, der uns absolut gefiel und nun in die Tat umgesetzt werden sollte.

Beim Aufbau fanden sich auf dem gesamten Feinkost-Gelände einige schöne Sachen, die der ganzen Aktion noch einen wunderbar individuellen und einfachen Touch geben sollten. Als Bar diente beispielsweise der große Einkaufswagengrill Marke Eigenbau, der am Abend noch mit ein wenig Licht aufgepeppt wurde. Die Bestuhlung wurde genau umgekehrt zum Sommerkino aufgestellt – direkt daneben die 10 Fahrräder in zwei Reihen. Und dann konnte es losgehen…

Wir hatten insgesamt ca. 60 – 80 Besucher. Den gesamten Strom für die Veranstaltungstechnik (ca. 300 W) haben wir während des Kinos mit sogenannten Ökotrainern selbst erzeugt. Je nach Fitness der Leute, die auf den Fahrrädern saßen, wurde während der gesamten Zeit durchgängig eine Leistung zwischen 300 und 500W erzeugt. Wenn mehr Strom als benötigt erzeugt wurde, wurde eine Pufferbatterie gespeist, um den Spannungsabfall während des Fahrerwechsels zu kompensieren. Damit war es möglich, unterbrechungsfrei 2h Kino durchzuführen.
Die Leute hatten auf jeden Fall ihren Spaß auf den Rädern, wenngleich es doch nicht ganz unanstrengend war. Aber wenigstens hat dabei keiner gefroren. Wenn jemand genug vom Radfahren hatte, wurde einfach kurz geklingelt und sofort stand eine Ablösung parat. Das hat echt wieder wunderbar funktioniert – alle Räder waren durchgängig besetzt. Die Fahrräder wurden dabei von den Gästen selbst gestellt. Die ersten 10 Räder, die auf dem Gelände eintrudelten, wurden in die Ökotrainer eingespannt und so justiert, dass sie bereit zur Stromerzeugung waren.

Nach einer kurzen Anmoderation durch Sebastian Schlebusch konnte das Kino beginnen. Wie im echten, großen Kino wollten auch wir so eine Art Trailershow vor dem Hauptfilm zeigen – mit dem feinen Unterschied, dass es weniger Trailer, sondern vielmehr Kurzfilme waren, um die Leute auf das Thema des Hauptfilmes einzustimmen. Nicht nur zur Stomerzeugung, sondern auch visuell auf der Leinwand stand das Fahrrad im Fokus. Nach den Kurzfilmen folgte der Hauptfilm – „What a Trip“ – ein Film des Münchners Maximilian Semsch, der seine Radreise von München nach Singapur mit sehr authentischen Aufnahmen in Form eines Videotagebuchs selbst dokumentiert hat.


Gegen um 9/ halb 10 war dann filmetechnisch alles vorbei, was nicht heißen soll, dass alle sofort losgestürmt sind. Viele blieben noch auf einen Glühwein oder haben sich über die Stromerzeuger-Technik informiert. Alles in allem haben wir sehr viel positive Kritik erhalten und sind sehr sehr zufrieden mit dem Verlauf der Aktion.

Für dieses Jahr war das aber wohl erstmal die letzte Vorstellung. Es wird ja leider auch nicht wärmer und wir würden nur ungern das Kino nach drinnen verlagern. Outdoor und an besonderen Orten besondere Filme vorzuführen – das ist unser Ding und unsere Motivation. Die Resonanz der Leute, sowohl nach dem ersten Fahrradkino als auch nach der zweiten Vorführung jetzt in der Feinkost war einfach so toll, dass es im nächsten Jahr auf jeden Fall weitergehen soll! Die Frage, warum wir das eigentlich überhaupt machen, beantwortet sich dabei quasi von selbst … Wir haben einfach Bock drauf! Uns geht es nicht darum, den Leuten beim Fahrradkino das Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern lediglich darum, den Leuten mal was neues zu bieten und zu zeigen, was man mit dem Rad eigentlich noch so anstellen kann. Fahrradkultur ist für uns ein ganz großes Thema, das Fahrradkino unser Beitrag dazu. Kosten entstehen allerdings dennoch. Da wir keinen Eintritt nehmen wollen, findet die Refinanzierung komplett über den Verkauf von Getränken sowie das Sammeln von Spenden statt. Und das hat auf der Feinkost auch super funktioniert.
Es war auf jeden Fall eine großartige Aktion und wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Vorstellung!!

Wir danken unseren Gästen und natürlich unseren Unterstützern, insbesondere Heike und Alex von der Feinkost, sowie unseren Helfern Andreas und Martin!

Lars Böhme & Sebastian Schlebusch

Fotos: Martin Hoffmann; Plakatentwurf: Falk Johnke

Vielen Dank für den tollen Bericht und die wunderbaren Fotos!  Wir freuen uns auch schon auf’s nächste Fahrradkino. Wann und wo das stattfindet, erfährt man hier: www.facebook.com/FahrradKinoLeipzig

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